MotionTrio

Chopin

Beidseitige Aufregung - Neuheit - MotionTrio

Beidseitige Aufregung

 

- Störte es nicht bei Eurer Zusammenarbeit, dass die Musiker des „Motion Trios“ fanatische Fans Ihrer Musik sind?

 

- Eigentlich hat das geholfen. Wenn ich auf so eine Leidenschaft und so eine Hingabe treffe, wie ich sie bei Janusz Wojtarowicz und den andere Jungs des „Motion Trios“ gesehen habe, dann steckt mich dieser Enthusiasmus an. Diese beidseitige Aufregung erleichterte mir die Arbeit ungemein.

 

- Sie waren ehrerbietig gegenüber Ihrer Musik?

 

- Sie sind nicht einfach nur an der Reproduktion meiner Musik interessiert, sondern an ihrer Einführung an neue Orte. In dem Titel "Come Unto These Yellow Sands" gingen sie weit über eine direkte Transkription hinaus – sie schufen vollwertige Akkordeonmusik. Für den Komponisten ist es das reine Vergnügen, sein eigenes Werk in so einer überraschenden Interpretation zu hören.

 

- Welches war Ihre Rolle in diesem Projekt?

 

- Eigentlich habe ich gar nichts gemacht! Das „Motion Trio” ging mein ganzes Werk durch, wählte die Stücke aus und bereitete die Arrangements vor. In der Michael Nyman Band haben wir eine Rhythmussektion, eine Streichersektion, eine Bläsersektion, und natürlich das Klavier. Es schien, dass eine größere Vielfalt nicht notwendig wäre, ja – keinen Sinn hat. Aber als das „Motion Trio” uns auf der Bühne begleitete, war der Klangeffekt imponierend.

 

- Hat das „Motion Trio“ ihre Meinung über das Akkordeon verändert?

 

- In London wird dieses Instrument eindeutig mit der französischen Straßen- oder Filmmusik identifiziert. Wenn der Film in Paris spielt, dann hören wir früher oder später ein Akkordeon. So wie ein Dokument über Spanien – selbst wenn es nicht den Fußball betrifft, kommt es ohne Flamenco nicht aus. Das „Motion Trio” hat mich von diesem Vorurteil befreit.

 

- Haben Sie vor, diese „Freiheit“ irgendwie zu nutzen?

 

- Bisher habe ich nur ein Stück für Akkordeon geschrieben, und das will ich tatsächlich ändern.

 

- Vielleicht bei Gelegenheit der Musik zum neuen Film von Jerzy Skolimowski?

 

- Dieser Soundtrack soll einen ziemlich ungewöhnlichen, düsteren Beiklang haben, also wenn ich jetzt darüber nachdenke... Warum nicht? Bei Gelegenheit würde ich die Falle des Klischees umgehen. Es reicht aus, den Puls des Basses einem der Akkordeonspieler zu übergeben – schon haben wir eine neue Qualität.

 

- Wie haben Sie den polnischen Regisseur kennengelernt?

 

- Das Polnische Kulturinstitut in London bat mich darum, ein zwanzigminütiges musikalisch-visuelles Werk zu schaffen, das aus den klassischen polnischen Filmen der 50-er und 60-er Jahre montiert wird. Die Uraufführung fand in London statt. Während der zweiten Aufführung in Gdańsk befand sich Jerzy Skolimowski unter den Zuschauern, und die Mehrzahl der Fragmente, die ich ausgewählt hatte, stammte eben aus seinen Filmen. Nach dem Konzert reichte es, dass wir einander vorgestellt wurden...

 

 

 

MIT POLNISCHEM AUGE

Über Michael Nyman spricht Janusz Wojtarowicz vom „Motion Trio“

 

Mit der Musik von Michael ist es wie mit dem Akkordeon: in vielen Kreisen wird er unterschätzt. Die Filmmusiker sind der Meinung, dass sein Schaffen zu schwierig ist, die klassischen Musiker meinen, es sei zu einfach. Ich war immer ein Fan von Nyman. Ich habe für unser Album Stücke ausgewählt und arrangiert, die Michael in der Mehrzahl zu Filmen von Peter Greeneway geschrieben hat. Auch meine eigene Komposition "Silence" ist auf der Platte enthalten, die sich in das Klima der Minimal Music einfügt. Diesen Begriff dachte sich Nyman aus, als er noch ein angesehener Kritiker war. Und dann begann er selbst, solche Musik zu schreiben.

03.11.2009

Instytut sztuki
projekt: Joanna Styrylska, wykonanie: maszyna.pl